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Alkoholismus: genetisch bedingt?

Für den Genuss von Alkohol gibt es viele Gründe. Manch einer greift nur in einer geselligen Runde zum Glas, weil es „einfach dazugehört“. Andere entspannen sich durch das Glas Wein am Abend oder ein Bier zum Feierabend. Eine andere Gruppe versucht, mit Alkohol negative Gefühle zu bekämpfen.

Äußerliche Einfüsse

Wer gegen Wut, Traurigkeit und andere schlechte Stimmung antrinkt, sei anfälliger für endogene (griechisch = im Inneren erzeugt) Depressionen und Alkoholabhängigkeit, zeigte eine Arbeitsgruppe um Kelly Young-Wolff von der University of Southern California. Es gibt  einen Zusammenhang zwischen nicht äußerlichen Einflüssen und einer Abhängigkeit von Alkohol. Die Psychologen sichteten die Daten von mehr als 500 Teilnehmern der Virginia Adult Twin Study of Psychiyatric and Substance Use Disorders. Die Auswertung zeigte ein häufiges Nebeneinander von endogener Depression und Abhängigkeit vom Alkohol. Der Zusammenhang sei individuell unterschiedlich. Während bei manchen die Depression schon vor dem Trinken bestand, begann bei anderen der Kreislauf des Alkoholismus aus der Depression.

Störung des Gleichgewichts

Auffällig waren die Unterschiede bei den Geschlechtern. Während bei Frauen häufiger die Depression der Auslöser von Alkoholismus war, führte Männer extremer Alkoholkonsum in die Depression. Bei genauer Betrachtung seien beide Entwicklungen nicht gleich.  „Wie die Studie offenbart, spielen genetische Faktoren in der Koexistenz von Depressionen und Alkoholismus eine wichtige Rolle. Ursache für die erhöhte Anfälligkeit für beide Erkrankungen könnte eine genetische Veranlagung sein, die das Gleichgewicht der Neurotransmitter durcheinander bringt und darüber sowohl das Risiko für Depressionen als auch für Alkoholabhängigkeit und gefühlsabhängiges Trinkverhalten steigert“, schreibt Dagmar Knopf in der Zeitschrift Psychologie heute.

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