Bessere Versorgung für Schuppenflechte-Patienten

Dermatologen wollen messbar bessere Versorgung der Patienten mit Schuppenflechte erreichen. Sie haben Ziele für die Behandlung der Psoriasis für den Zeitraum 2010 bis 2015 formuliert.

Die Versorgung von Patienten mit Schuppenflechte soll verbessert werden. Daher hat eine Konsensusgruppe aus Dermatologen unter Beteiligung des Deutschen Psoriasis Bundes Ziele für die Behandlung der Psoriasis für den Zeitraum 2010 bis 2015 formuliert. Zu den vier Leitzielen wurden Teilziele formuliert, deren Erreichung nach festgelegten Fristen gemessen und geprüft wird. Ziel der freiwilligen Selbstverpflichtung ist es, die Forschung und Versorgung der Schuppenflechte für alle Patienten in Deutschland überprüfbar nachhaltig zu verbessern.

Die Themenkomplexe sind in vier Bereiche untergliedert.

1. „Patienten mit Psoriasis haben eine gute Lebensqualität"

Die Verbesserung der bei Psoriasis erheblich eingeschränkten körperlichen, psychischen und sozialen Lebensqualität durch moderne, leitliniengerechte Therapiestandards und –ziele ist ein wichtiger Eckpfeiler im erfolgreichen Langzeitmanagement der Schuppenflechte.

2. „Psoriasis-Arthritis wird frühzeitig erkannt und behandelt"

Ca. 2 % der Patienten mit Psoriasis leiden gleichzeitig an Arthritis, die in den meisten Fällen erst spät erkannt wird. Rechtzeitige Diagnose und eine adäquate Entzündungs- und Schmerztherapie erhöhen die Lebensqualität und Chance auf Heilung erheblich.

3. „Komorbidität bei Patienten mit Psoriasis wird frühzeitig erkannt und behandelt"

Die Rate an unerkannten Komorbiditäten ist hoch. Hierzu zählen metabolisches Syndrom, Autoimmunerkrankungen und Depression. Unbehandelt gehen diese mit einer erhöhten Mortalität einher. Aufklärung der Patienten sowie Prävention und Therapie von tragen zur besseren Versorgung von Psoriasis-Patienten bei.

4. „Kinder mit Psoriasis werden frühzeitig behandelt und erlangen eine gute Lebensqualität"

Die Versorgung von Kindern ist durch verzögerte und unzulängliche Diagnosestellung sowie uneinheitliche Therapien unzureichend. Durch fachübergreifende Kooperationen sollen leitliniengerechte Therapiestrategien flächendeckend etabliert werden.

Flankiert werden diese Bereiche von insgesamt 29 einzelnen Maßnahmen. Darunter z. B. der Auftrag, ein geeignetes Verfahren zur Früherkennung Psoriasis begleitender Erkrankungen (Komorbiditäten) zu entwickeln. Der öffentliche Hinweis auf die unbefriedigende Situation der Behandlung von schwer erkrankten Psoriasis-Patienten war auch Gegenstand einer Veranstaltung der dermatologischen Fachorganisationen unter Beteiligung des DPBs. Das Motto: „Versorgungsziele in der Therapie der Psoriasis.“ Der Präsident der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, Prof. Dr. Thomas Luger, Münster, bezifferte die Unterversorgung. „Es geht um 500.000 Psoriasis-Patienten.“ Deutlich wurde, dass neben strukturellen Problemen Krankenkassen Angst entwickeln könnten, „schlechte“ Risiken durch Sonderverträge mit Arztgruppen anzuziehen. Patienten selber müssten erheblich mehr über die Möglichkeiten der Behandlung und über spezielle Wirkweisen wissen. „In das Wissen von Kranken investiert das GKV-System keine Mittel, erwartet aber den aufgeklärten und selbstbestimmenden Patienten. Partner in der Behandlung kann nur sein, wer über genügend Wissen verfügt. Die politisch gewünschte Partnerschaft zwischen Arzt und Patient fällt nicht vom Himmel. Es fehlen dazu Konzepte“, mahnte DPB-Geschäftsführer Hans-Detlev Kunz bei den anwesenden gesundheitspolitikern an.

Weitere Informationen unter www.versorgungsziele.de

Flyer

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