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Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen

Eine Psoriasis im Kindesalter ist nicht nur für das erkrankte Kind, den oder die Jugendliche, sondern auch für die gesamte Familie eine Belastung. Das Kind und seine Familie müssen zwangsläufig lernen, mit der Erkrankung und allen ihren Auswirkungen umzugehen. Die Auseinandersetzung mit der Krankheit, den Verfahren und den Therapeuten sollte so gestaltet sein, dass für das Kind ein Höchstmaß an Lebensqualität erreicht wird. Im jugendlichen Alter hat die Psoriasis eine noch deutlichere Problematik. Das Kind entwickelt sich zum Erwachsenen, die Sexualität erwacht. Sehnsüchte, Wünsche und der Zugang zum anderen Geschlecht rücken in den Vordergrund.

Häufigkeit

Psoriasis tritt bei Kindern und Jugendlichen wesentlich seltener auf, als bei Erwachsenen (0,71% ; 0-19 Jahren). Trotzdem ist die Psoriasis neben Neurodermitis die zweithäufigste Hauterkrankung im Kindesalter. Bei einem Viertel der Menschen mit Schuppenflechte, tritt die Psoriasis das erste Mal in der Jugend auf. Vor dem 10. Lebensjahr erkranken 14 Prozent aller Psoriasis-Patienten, vor dem 15. Lebensjahr 28 Prozent. Die Häufigkeit an Schuppenflechte zu erkranken, steigt deutlich mit der Pubertät. Aber schon Säuglinge können Psoriasis entwickeln.

Diagnose

Die Schuppenflechte im Kindesalter findet sich häufig an verborgenen Stellen. Die Diagnose kann schwierig sein. Die Symptome und die Formen ähneln den von Erwachsenen. Häufig fällt als erstes eine vermehrte Bildung von Schuppen auf. Typische Stellen für die Psoriasis der Haut sind die Gesäßfalte, der Schambereich, die Achseln und die behaarte Kopfhaut. Bei Kindern kommt die Schuppenflechte häufiger auch direkt im Gesicht vor. Die Diagnose wird eher zufällig bei anderen Untersuchungen beim Haus- oder Kinderarzt gestellt.

Oftmals wird die Psoriasis nicht erkannt, sondern mit Neurodermitis oder einem Ausschlag verwechselt, weil Schuppenflechte bei Kindern anders aussieht, als bei Erwachsenen. Die typischen Schuppen fehlen bei Kindern oft, häufig tritt die tropfenförmige Psoriasis guttata auf. Bei Kindern sind oft der Windelbereich, Genitalien und Hautfalten betroffen. Ebenso häufig zeigt sich die Psoriasis im Gesicht, am Haaransatz und an den Hand- und Fußflächen.

Auslöser

Häufige Auslöser für Psoriasis in der Kindheit sind Infektionen, vor allem Mandelentzündungen, Stress und Traumata. Das Entfernen der Mandeln hat übrigens keinen Einfluss auf die Schuppenflechte, weshalb man heute davon eher abrät.

Behandlung

Bei der Behandlung von Kindern gilt grundsätzlich: Kinder sind keine kleinen Erwachsenen und müssen anders behandelt werden. Weil es sein kann, dass die Kinder ihr Leben lang unter der Krankheit leiden, muss besonders auf Langzeitfolgen geachtet werden und Medikamente vorsichtig eingesetzt werden. Die Therapiemöglichkeiten sind daher stark eingeschränkt. Neben den körperlichen Folgen in der Wachstumsphase sind auch psychische Folgen zu beachten. Eine Schuppenflechte kann für Kinder vor allem im Schulalter und in der Pubertät eine große Belastung darstellen. Zusätzlich zu den normalen entwicklungsbedingten Problemen müssen sie lernen mit ihrer Krankheit umzugehen. Da beim Hautarzt meist nur die Therapie der Haut thematisiert wird, kann es sehr sinnvoll sein eine psychologische Begleitung in Anspruch zu nehmen. Sie bietet Hilfe bei der Bewältigung der Belastung.

In den meisten Fällen wird der Dermatologe versuchen, die Symptome äußerlich, nur bei schweren Fällen auch innerlich zu behandeln. Für die äußerliche Therapie werden bevorzugt Salben mit Vitamin-D3-Abkömmlingen und Kortikosteroiden angewendet. Sie hemmen die Entzündung bzw. die Bildung von Hornschuppen. Auch Ölbäder und Dithranol werden bei Kindern eingesetzt. Zur Hautpflege eignen sich gut harnstoffhaltige Salben und Cremes. Für die Anwendung in Hautfalten und an den Genitalien werden auch Calcineurininhibitoren angewendet, die die Entzündung abklingen lassen.

Für die innerliche Therapie ist seit Januar 2009 das erste Biologikum für die schwere Plaque Psoriasis für Kinder ab 8 Jahren zugelassen. Für Methotrexat (MTX) gibt es keine Kinderzulassung, aber es liegen langjährige Erfahrungen aus der Kinder-Rheumatologie vor. Auch mit Fumarsäure hat man gute Erfahrung bei Kindern ab 12 Jahren gemacht.

Phototherapie ist bei Kindern möglich, sollte aber sehr zurückhaltend angewendet werden. Da die Haut von Kindern im Vergleich zu Erwachsenen deutlich lichtempfindlicher und wesentlich dünner ist, besteht die Gefahr, dass „schwarzer Hautkrebs“ begünstigt wird. Auf eine Anwendung von Psoralen, das die Lichtempfindlichkeit der Haut steigert, sollte verzichtet werden.


Informieren Sie sich auch auf der Seite www.pso-jugend.de

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